dready empfiehlt. Heute: Nubbin

Moinmoin.

Ich stell künftig auch mal ein paar musikalische Eindrücke aus den Unweiten des Webs und der Welt vor. Mal kurze Notizen, mal ein Albumpreview wie das Folgende. Ihr werdet definitiv noch öfter von mir lesen.

Nubbin – I Can Cast A Spell

cover

Düstere Klänge eröffnen das Album. Es dämmert ein orchestral-episches DnB-Stück. Dann der erste, allzubezeichnende Glitch-Break. Eigentlich, mit dem darauffolgenden Feuerwerk des Drumcuttings ja schon der perfekte Auszug aus dem Album, würde man meinen. Bereits hier ahnt man: diese CD ist nicht zum Tanzen da, geschweige denn Kopfnicken.

Lieder die wehtun, wenn man von der 4/4tel Takt geplagten Radiohörerschaft kommt.

Lieder, die, solang man ihnen genügend Platz gibt, sich zu entfalten, einen durch ihre Rafinesse und (scheinbar) so wunderbare Willkür des Schlagzeugs einnehmen. Dazwischen Melodie. Harmonische Flächen, durchdrungen von nahezu schmerzend harten Klavierklängen (Drifting too far) oder von Streichern stimmungsvoll in Szene gesetzten, erstaunlich weichen Leadsounds. Man steigt herab in eine andere Welt, so überflutend und voll einnehmend kann diese Musik sein, so technisch und doch pur kreativ wirken die Songs.
Abnorm elektronisch, so wirken manche Tracks, immer klar von sich behauptend eben doch nur ein digitales Produkt zu sein, und eben das wird oft und intensiv genug zur Schau gestellt.
Die kurzen, in glitchigen DnB abdriftenden Höhepunkte der Tracks, scheinen gleichermaßen so nötig, um das entspannende, viel zu angenehm Konstruierte kollabieren zu lassen, andererseits aber den Hörer seine Blicke auf die technischen, modernen Eigenheiten dieser erschaffenen Welt lenken zu lassen.
August Sargenti (Nubbin)Besonders hinweisen möchte ich in dieser Hinsicht auf Track 4 (GoodBye), der sich angenehm langsam aufbaut, sich mit verstimmten Leads und einem Four-to-the-Floor Beat kurz aufbäumt um dann von einem digitalen Glitchmonster ausgebremst, und schliesslich vollends zerschmettert zu werden.
Dieser stetige Kontrast zwischen Ruhe und Sturm, Ordnung und Chaos, stellt einen Mikrokosmos dar, der den gewillten Hörer auf eine sehr lange Achterbahnfahrt nimmt, ständig entlang des schmalen Rand des Kollaps, der nur allzugern überschritten wird, um sich der danach eintretenden Ruhe nur umso bewusster zu werden.

Hat man sich einmal mit diesem Kontrast angefreundet, findet man sich garantiert wieder zwischen Streicherflächen, gesättigt von wunderschönen Melodien, und dem Feuersturm aus 1 und 0, dem digitalen Chaos.

Mehr: http://nubbinownz.newgrounds.com/audio/


Liebe Grüße

der dread

Zusammen mit lisa, die ich schnell informierte, rannte ich rüber, sobald das allernotwendigste in zusatzliche Ressourcen der wohnung erledigt war

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